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Big Data - Warum der ganze Aufstand?

Mein Berufsverständnis ist gerade in der Transformation: Von der netten Office-Kummerkasten-Tante unter den Microsoft-Trainern zur respektablen fehlerfreundlichen App Userin und App Trainerin.

Geht das denn? Als Pfarrerstochter ist es moralisch echt nicht einfach, den Wandel der Arbeitswelt zu verfolgen und dann immer noch optimistisch das Gute im Menschen zu sehen. Vor allem das Gute in der Cloud arbeite ich grade für mich heraus.

Die Cloud, die Digitalisierung, die Abhängigkeit vom Computer, die ja von Menschen gemacht ist und von Menschen benutzt wird. Weil Maschinen uns schon immer das Leben angenehmer gemacht haben, jedoch noch nie so lebenseingreifend – fast übergriffig – wurden wie in dieser Zeit. Mehr oder weniger moralisch vertretbar möchte ich ja auch mein Geld verdienen. Ich will es aber nicht mit einem Burn-Out oder einem Magengeschwür tun.

Mein Ziel ist es, meine Kunden und Kollegen mit dem zu begeistern, was uns alle schneller, einfacher und zügiger mit größerem Profit unsere Arbeit tun lässt. Ohne schlechtes Gewissen und mit verändertem Selbstbewusstsein. Ich kann mich anpassen und Sie können das auch. Und ich bohre gerne nach, ob die Verantwortlichen in der Führungsetage auch wirklich mit den Auswirkungen einer digitalen Transformation leben können. Dabei geht’s nicht nur um das seelische Gleichgewicht, sondern um den zukünftigen Return on investment. Und der macht sich nur langfristig bezahlt, wenn die Grundphilosophie eines Geschäfts stimmt.

 

Excel und mein Arbeitsleben

Was wird aus meinen Teilnehmern, wenn ich ihnen heute noch Excel beibringe und in 2 Jahren sind diese Menschen arbeitslos, weil sie mein Wissen längst vergessen haben und sich im Seminar denken: ja – schön – brauch ich nie wieder? Habe ich auch mal gedacht. Jung und naiv eben.

Damals in der 12. Klasse, als mein Mathelehrer mich ermahnt hat, nicht so faul in Mathe zu sein, ich würde es garantiert noch im Leben mal brauchen. Ja – schön – mittlerweile weiß ich, was er meinte. Ich wurde schon sehr oft in meinem Leben arbeitslos und beim letzten Mal habe ich sogar selbst gekündigt. Aus guten, moralischen Gründen. Und ich bin kein einziges Mal beim Kündigen gestorben. Echt.

Ich hab seit 2016 einen eigenen Office 365 -Spielplatz in der Microsoft Cloud. Genauer gesagt habe ich einen „Mandanten“. Das bin also ich selbst (me myself and ...- sie wissen schon) als Freelancer. Und daneben viele weitere reale und dazu Offi365-reale Mandanten. Hat sich so ergeben und war mir äußerst nützlich.

Und ich als mein eigener Firmentitel-Administrator habe ich einen Office365-Enterprise E3-Plan, kann mir den kostenlosen PowerBI-Desktop[1]runterladen, der dann nur mit Windows 10 funktioniert.

Was sind PowerBI-Reports?

Ergebnis der Power Bis vom PowerBI-Desktop sind Berichte, also Auswertungen in Form von ausdruckbaren Reports, und zwar online über einen anderen PC oder mobil übers Smartphone. Power BI-Reports fangen bei großen Datenmengen an, wo Excel-Tabellen aufhören.

Zig Gründe für Big Data und Cloud

Bei einem Bauträger und 651 abgeschlossenen wie laufenden Bauprojekten von 2012 bis 2017 mit jeweils 100 einzelnen Inhalten können so alle 651 000 einzelne Inhalte tagesaktuell durchforstet, gefiltert, sortiert, gruppiert, summiert usw…. werden. Und das durch eine stabile Breitbandverbindung innerhalb von nano-Sekunden.

Dieselbe Datei in Excel braucht mit 41 GB, ca. 3 Wochen Zusammenbasteln mit Copy & Paste und nur einer einzigen bedingten Formatierung (ja – die Ampel!) schlappe 30 Minuten zum bloßen Anzeigen sämtlicher 20 Tabellenblätter. Die Performance – also „Datendurchsatzgeschwindigkeit“ - lokal gespeicherter Daten ist also mittlerweile sehr schlecht.

Ich erspare Ihnen nicht einen Vergleich zur guten alten Zeit in derselben Baufirma. Da hatte diese Firma noch bis vor 5 Jahren nur laufend 110 Projekte. Und weniger Daten, um die sich da auch schon 5 Mitarbeiter kümmerten. Und die Datenfülle wird dabei nicht weniger. Das Internet lässt sich auch nicht mehr abschalten. Also bitte: Bilden wir mehr Leute aus, die sich mit sowas auskennen! Aber auch diese Leute müssen wissenstechnisch am Ball bleiben und Zeit haben, sich in neue Zusammenhänge einzuarbeiten!

Sind die Daten absturzsicher?

Selbst wenn eine der 2 deutschen Serverfarmen (Frankfurt und Magdeburg) der Microsoft-Cloud ausfällt, kann die andere Farm das locker immer noch in Deutschland online bereitstellen. Weil die Inhalte immer noch in Deutschland bleiben, jedoch die Struktur, der Arbeitsraum und die Technik in der Cloud beliebig zur Verfügung gestellt werden. So viel Power gibt’s in keinem lokalen Server. Und keine Serverabteilung schafft das mit 19,20€ wie in meinem E3-Plan zzgl. 4,20€ pro weiterem User.

Jobs in der Cloud

Ihre Admins sollten andere Dinge zu tun haben, als sich mit dem Aufrechterhalten Ihrer Serverlandschaft abzukaspern. Und deren weitere Aufgaben gibt es viele, was Ihnen viele Admins auch noch um halb 2 Uhr auswendig sagen können, wenn Sie sie anrufen würden. Ich hoffe, Sie werden das nicht tun, Gott bewahre.

Kapitalismuskritik – geht’s noch?

Glauben Sie den klugen Grünschnäbeln wie Philipp Riederle[2]: Viele Berufe werden in den nächsten Jahren überflüssig, weil gerade die langweiligen Büro-Tätigkeiten schneller mit Cloud und Internet zu schnelleren Profiten führen und weniger Mitarbeiter gebraucht werden.

Wenn wir uns noch immer nicht an den omnipräsenten Kapitalismus wie das Smartphone auch gewöhnt haben, dann haben wir im Ethik-Unterricht nicht aufgepasst. Wir müssen uns nicht wundern, wie jetzt andere das Geld verdienen, auf das wir gerne verzichten, um ethisch vertretbar und deshalb analog zu bleiben, angstvoll auf die Digitalisierung zu blicken und dann mal irgendwann arbeitslos zu sein. Der Anspruch, anständig Profit zu machen, bekommt dann eine ganz besondere Bedeutung. Können wir mit Anstand Geld verdienen, ohne unanständig zu werden?

Was ist denn Business Intelligence?

Klingt erst mal nach dunklen Mächten und nichts Gutem. Eine Schwarmintelligenz, die seelenlos zu tausenden, millionen-, milliardenfachen Einzelnen ein mächtiges fast gottgleiches Wesen erschafft.

Eine Macht, die uns einfach überlegen ist und der wir uns nicht erwehren können. Wir können die Digitalisierung unserer Arbeits- und Lebenswelt vielleicht verdrängen, wenn wir als Selbstversorger ohne Elektrosmog tief in der Tundra eines niederbayerischen Bergwaldes leben. Dann sage ich: Hut ab! Ich bin neidisch auf Sie! 

Und ich bin viel zu bequem und viel zu Technik verliebt, als dass ich meine 2 Laptops, meinen PC und mein Smartphone, meine Online-Zeitung, mein PayPal, mein online Banking und mein Auto (übrigens „intelligent vernetzt“) aufgeben würde.

 

Mal unter uns Moralaposteln

Bequemlichkeit ist moralisch verwerflich und deshalb ist BI so was von menschlich. Sorge ich also in meinem eigenen intelligenten, auf kurzfristigen Lustgewinn bedachten Schwarm (Team!) dafür, dass wir nicht mehr moralisch gesamt in Haftung genommen werden können?

 Soll ich meines Bruders Hüter sein, oder was ?! Derjenige Nächste könnte grade arbeitslos geworden sein, der als Bankmitarbeiter jahrzehntelang uns das Geld bar ausgezahlt hat, obwohl wir doch seit etlichen Jahren mit online banking ohne Schalterzeiten immer Geld abheben und gleich überweisen können.

Oder bin ich in meiner Bequemlichkeit schuld, dass mein Lieblings-Fotoladen dicht machen musste, weil es erstens keine Fotofilme mehr zu kaufen gibt und weil es zweitens auch keinen Sinn macht, Fotos im Laden entwickeln zu lassen, wenn ich viel schneller und besser meine Fotos mit Smartphone mache und online ausdrucken kann? Sogar mit Fotobuch? Und nur die Bilder kommen da rein, die auch wirklich gut sind.

 

Bin ich schuld? Ja und Nein

Ja, ich bin schuld, dass meine Bequemlichkeit den Einflussbereich auf mein ganzes Leben für Internet, Hardware und Software dramatisch verändert. Vieles kann ich nicht kontrollieren von dem, was gerade in der Arbeitswelt 4.0 passiert.

Und Nein, ich bin nicht schuld für die Veränderung, die gerade in der Arbeitswelt passiert. Ich bin noch keine 50 Jahre und doch schon zu weise, um nicht alles kritiklos zu adaptieren und sofort zu kaufen. Und ich betrachte mich arroganterweise als der Generation Y zugehörig (Y wie „Why“, also „Warum“ auf deutsch). Die Berufsjugendliche sozusagen.

Eine Verweigerung der Realität verursacht nur Gegendruck und löst für mich die Konfrontation nicht. Sie verschiebt das Problem nur. Wie werde ich antworten? Werde ich nur reagieren? Oder proaktiv sein? Und eigentlich sollte ich meine Energien effektiv auf das verwenden was mein Leben lebenswert macht, abseits des neuen unbekannten Ungeheuers.

 

Fazit: Ich wünsche mir mehr digitale Kritik

Begleitet von einer digitalen Transformation in einer technischen Weise und zeitgleich in einer menschlichen Weise des Abwägens, ob es nützlich, sozial und langfristig gedacht ist, stürze ich mich gerne aufs proaktive Lernen: Indem ich Power BI lerne, nutze und anderen davon erzähle, wenn und so lange es mir nützt.

Ich als Mensch kann gar nicht an die Bedürfnisse der Arbeitswelt angepasst werden. Dazu sind wir zu viele. Gott sei Dank. Die Arbeitswelt – und damit unsere Firmenentscheider - sollte sich in aller Transformation wieder den Mitarbeitern zuwenden und sich ihm anpassen. Dann werden wir als Menschen auch innerlich der Transformation zustimmen und entsprechend unsere individuellen Anpassungen vornehmen, uns weiter entwickeln, zufrieden und glücklich sein.

Wir können uns noch so sträuben, die Maschinen haben weltweit schon alles unter Kontrolle. Das können und sollten wir begreifen. Wir können das Web, den PC und die vielen kleinen Geräte zwar verdrängen und gar nicht erst kaufen.

Abschaffen und verbieten geht nicht. Tut mir sehr leid. Der Grund: Digitalisierung gibt es, weil zu viel Profit damit gemacht wird. Wir verpassen dann aber auch Möglichkeiten des Lernens und der Anpassung. Und diese Anpassung ist mit Transformation gemeint.

Wir sollten endlich anfangen, uns die Digitalisierung wieder anzueignen und mitzureden, diese Entwicklung mit zu bestimmen. In Blogs, auf Stammtischen, in der Zeitung, im Stadtrat oder in der IT-Abteilung. Maschinen können nicht fühlen und wissen nicht was gut oder schlecht ist. Noch haben wir die Wahl, mit welchen Kriterien die neuen Digitalismen im Sinne von Paradigmen bewertet werden. Dazu müssen wir uns erst mal selbst schlau machen. Fragen kostet nichts.

Die Geschichte vom Elefanten transformiert

Lassen Sie sich mal von anderen in Ihrem Umfeld die Digitalisierung erklären und Sie bekommen Antworten, die zu immer wieder neuen Ergebnissen führt. Es ist dann wie die Geschichte vom Elefant mit den 4 Bettlern – von mir etwas abgewandelt– Pardon.

 Einmal wurden 4 Bettler zu einer Kriegsbeute im Vorhof eines königlichen Palastes geführt, denn der König wollte wissen, wie sich dieses noch nie dagewesene Geschöpf beschreiben lassen könnte.

Der erste Bettler war blind und beschrieb dieses Wesen als etwas Warmes und Weiches, an das man sich anlehnen könne, wie einen warmen Baum. Der zweite Bettler konnte nicht hören und beschrieb den Elefanten als großes Haus auf 4 Stelzen, grau und immer in wiegender Bewegung, lustig anzusehen.

Der dritte Bettler war sehr traurig und einsam und sah nur die Güte und Wärme in den Augen des Geschöpfes. Und der 4. Bettler bestätigte all diese Beschreibungen. Er verstand aber nicht, um was es ging, denn mit dem trompetenden Ding mit den viel zu großen Plattfüßen hatte er noch niemals zu tun und könnte auf keinen Fall jemals wieder zu diesem Ungeheuer gehen.

Er wollte nicht sehen, welche Vorteile diese Begegnung mit dem neuartigen Geschöpf hätten haben können. Nicht im Moment für ihn, aber für andere vielleicht, fragte der König schüchtern? Nein, sagte der nüchtern. Ist ja nur ein Elefant.

Aus Höflichkeit sagen wir gern, dass wir das nicht können, was sich an Neuem bei uns vorstellt. Eigentlich wollen wir es nicht. Und natürlich bedeutet die IT auch immer die Verführung zur Abhängigkeit, immer online sein zu müssen. Und natürlich gibt es immer wieder viele Dinge, die ihnen jetzt auch wieder nachteilig einfallen werden und das ist auch gut so. Typisch menschlich. Sehr gut, wenn Sie mitdenken und kritisch sind!

 

Seien wir weniger bequem und weniger höflich!

Das Urteilen über uns selbst verändert sich ständig. Wir sind also nur dann schuld im Sinne der arbeitsethischen Anklage, wenn wir a) den Kopf in den digitalen Sand stecken, b) höflich die neue Arbeit 4.0 abwimmeln oder c) einfach jedes Maschinchen unbedacht kaufen und alles gut finden, nur weil es gut ist.

Machen wir uns wieder schlau über die Möglichkeiten und Risiken der neuen Geräte, Apps und Hyperlinks. Seien wir doch mal zur Abwechslung die Ersten, die auf Missstände und falsche Versprechungen, auf falsche Propheten oder langfristige unabsehbare Folgen deutlich hinweisen und das mit Leuten diskutieren, die noch kein Neusprech-Denglisch 4.0 beherrschen. Erst überlegen, dann kaufen: Brauche ich das und wenn ja für wie lange?

Wenn möglich mit Youtube-Filmchen, Hashtag, Link und Like, damit die Diskussion online wie offline nicht gleich im Sand verläuft, sondern andere Köpfe wieder wach werden lässt. Menschen vergessen so schnell.

Gell?

Schreiben Sie mir gern auf Xing, LnikedIn oder einfach hier.